La Carbonara
Ein Klassiker der italienischen Küche. Oder etwa nicht?
Über die Herkunft und die Entstehungsgeschichte der Carbonara herrscht mindestens soviel Aufruhr wie über die Zubereitung und die Zutaten dafür.
So alt dürfte dieses Rezept tatsächlich nicht sein. Keine jahrhundertlange Tradition, obwohl der eine oder andere die Pasta alla Gricia als den legitimen Vorgänger der Carbonara ansieht. Pasta alla Gricia ist ein einfaches, nahrhaftes Essen, das aus Spaghetti, Speck aus der Schweinebacke (Guanciale) und Pecorino-Käse besteht. Ein Ei dazu und schon ist es eine Carbonara.
Aber wahrscheinlicher ist, dass dieser Pasta-Teller den amerikanischen Besatzern nach dem 2. Weltkrieg zu verdanken ist.
Eine Mischung aus Bacon & Eggs mit Pasta, die ein Koch den Soldaten anlässlich des Ende des Zweiten Weltkrieges zubereitet hat.
Ebenfalls einer gewissen Diskussion ausgesetzt sind die dafür zu verwendenden Zutaten. Eins dürfte sicher sein: Sahne und Kochschinken gehören eher nicht in eine Carbonara. Aber ob es zwingend Guanciale sein muss oder aber auch Pancetta, also Bauchspeck sein darf, wird durchaus heftig diskutiert. Und auch ob ganze Eier oder nur das Eigelb verwendet werden dürfen, spaltet die Carbonara-Community. Last but not least erhitzen sich die Gemüter auch an der Frage, ob ausschließlich Pecorino oder aber auch Parmigiano als Käse Verwendung finden darf.
Ich möchte diese Diskusson nicht weiter anheizen und koche immer mal wieder leicht veränderte Versionen der Carbonara. Wichtig ist mir einzig und allein, dass es schmeckt.
Zu diesem üppigen Teller passt ein gut strukturierter und frischer Weißwein.
Da passt der "Le Madri" Roero Arneis von Michele Chiarlo:
Präzise und glockenklar mit fein gezeichneter Aromatik nach Kamille und grünem Apfel, Akazienhonig, zitrischen Noten und einem Hauch von Atemgold.
Am Gaumen mit Struktur und mineralischer Vene. Frisch, tänzelnd und unbeschwert, dabei aromatisch und balanciert.
Mit dieser unbeschwerten und kühlen Charakteristik puffert der " Le Madri" die schlotzige Crema der Carbonara und stellt einen Kontrast zum mächtigen Guanciale entgegen.
Ein perfektes Match, das gaumensäubernd Lust auf den nächsten Gabelhappen macht!